Weit über 500 Gäste begrüßte der Bezirksverband Wiedenbrück am Sonntag, den 5. März 2023 zu seinem traditionellen Bruderschaftstag in der Mehrzweckhalle Langenberg.
Erst im dritten Anlauf konnte der Einkehrtag, der die Schützen des Verbands, immer am zweiten Fastensonntag, auf die österliche Fastenzeit einstimmt, von der St. Lambertus Schützenbruderschaft Langenberg durchgeführt werden. Ursprünglich hatte die Bruderschaft, die Ausrichtung der Veranstaltung für das Jahr 2021 geplant, in dem sie auf ihr 150-jähriges Bestehen zurückblicken konnte.
Eingestimmt wurden die Teilnehmer durch den Spielmannszug Langenberg, unter der Leitung von Tambourmajor Stefan Hagemann. Danach hielt Brudermeisterin Renate Knüwer eine kurze Ansprache, in der sie sich bei den vielen Helfern, die sich für den Auf- und Abbau und die Bewirtung verantwortlich zeigten, bedankte
Diözesan- und Bezirksbundesmeister Mario Kleinemeier konnte in seiner Eröffnung viele Ehrengäste aus Schützenwesen, Kirche und Politik begrüßen, unter anderem die beiden Ehrenbrudermeister Dieter Mersch und Hans Heitjohann, NRW Landtagspräsident André Kuper sowie den ehemaligen Bezirkspräses Pastor Rüdiger Rasche, der später die abschließende Andacht halten sollte. Präses Benedikt Kickum musste seine Teilnahme leider kurzfristig absagen. Mario Kleinemeier stellte das soziale Engagement der neunzehn Mitgliedsvereine des Bezirksverband in den Fokus seiner Begrüßung.
In ihrem Grußwort wies Langenbergs Bürgermeisterin Susanne Mittag auf den Stellenwert der beiden Bruderschaften in der Gemeinde hin. Von den ca. 8.700 Einwohner der Gemeinde Langenberg sind über 1.600 in der St. Lambertus Schützenbruderschaft Langenberg und über 1.000 in der St. Antonius Schützenbruderschaft Benteler organisiert. Die Mehrzweckhalle der Gemeinde Langenberg sei nun schon zum dritten Mal Veranstaltungsort des Einkehrtags, so das Gemeindeoberhaupt.
Die kleinen Sängerinnen und Sänger des Kinderchors „piccolos“, unter der Leitung von Roland Orthaus und Alina Jacobtorweihen begeisterten die Gäste mit ihren Liedern, für die sie langanhaltenden Applaus ernteten.
Der Erlös der Hutsammlung sollte, auf Wunsch der St. Lambertus Schützenbruderschaft, dem bundesweit tätigen Verein Herzenswünsche e. V. aus Münster zugutekommen. Helmut Foppe, 2. Vorsitzender des Vereins, stellte die Arbeit der Organisation dar, die sich zur Aufgabe gemacht hat, schwerkranken Kindern und Jugendlichen langersehnte Wünsche zu erfüllen. Ungefähr 800 Wünsche, wie z. B. der Aufenthalt auf einem Ponyhof, ein Konzertbesuch oder eine schön ausgerichtete Geburtstagsfeier, erfüllt der Verein im Jahr. Sie tragen oft dazu bei, den sehr belastenden Klinikaufenthalt zu bewältigen, betonte das Vorstandsmitglied. Dass ein solches besonderes Engagement bei den Zuhörern Anklang fand, zeigte das Ergebnis der Hutsammlung, 3.294,33 Euro konnten bei der Veranstaltung gesammelt werden. Wie Mario Kleinemeier betonte, wurde zuvor noch nie ein höherer Betrag eingesammelt. Der Bezirksverband Wiedenbrück stockte die Summe auf 3.700 Euro auf.
Als Hauptredner des Einkehrtags konnte der Diözesanadministrator des Erzbistums Paderborn gewonnen werden. Monsignore Dr. Michael Bredeck, der nach dem Rücktritt von Erzbischof Hans-Josef Becker übergangsweise die Erzdiözese bis zum Amtsantritt eines neuen Erzbischofs leitet, hielt ein Referat zum Thema „Dem Glauben Zukunft geben – Zukunftsbild Erzbistum Paderborn – Mut zu Entscheidungen“ In seinem Referat zeigte er vielfältigen Gründe auf, die Katholiken zum Austritt aus der Kirche bewegen. Viele Menschen hätten ein Problem mit der „Institution Kirche“. Seit Mitte der 1960er Jahre ließe die Bindekraft der Kirche nach. Die Ansichten gehen auseinander und die Menschen stellen fest, dass man auch ohne religiöse Praxis gut durch das Leben kommt. Gespräche mit austrittswilligen und ausgetretenen sollen ihren Entschluss eventuell noch umkehren.
Die Zukunft der Kirche hänge davon ab, ob sich die Menschen entscheiden, dass der Glaube für sie wichtig sei. Die Kirche habe in der Politik zwar noch einen hohen Stellenwert, aber man müsse sich darauf einstellen, dass die Katholiken in den nächsten Jahren eine akzeptierte Minderheit darstellen würden, die sich dann Gemeindeübergreifend zusammenschließen müssten.
Zum Abschluss seiner Ausführungen bat er die Anwesenden in der Fastenzeit persönlich der Frage nachzugehen: „Warum glaube ich?“





